Vitus

Hallo, ich bin Vitus, ich wurde 2009 geboren und ich bin ein echtes Süddeutsches Kaltblut. Ich will euch kurz etwas über mich und mein Frauchen erzählen: Wie ich zu meinem Frauchen kam oder sie zu mir und wie ein Kaltblut ein richtiges Reitpferd wird - das können viele gar nicht glauben. Mein Frauchen hatte vor gut sechs Jahren einen Reitunfall. Nach diesem Unfall war da plötzlich die Angst vorm Reiten, speziell vor dem Galopp. Gott sei Dank aber hat sie sich nicht entschieden, den Reitsport an den Nagel zu hängen, sondern sie hat tatsächlich beschlossen, sich ein eigenes Pferd zu kaufen.

Mit der Hand im Gips hatte sie genügend Zeit, nach der geeigneten Pferderasse zu suchen. Ruhig und ausgeglichen sollte das Pferd sein, und diese beiden Eigenschaften konnten nur zu einem Kaltblut führen. Durch Zufall ist sie so auf den Freiberger gestoßen. Der Freiberger ist eine leichte Kaltblutrasse, die in der Schweiz gezüchtet wird. Bei ihren Recherchen zu den Freibergern hat sie den Bossli entdeckt und nach reiflichen Überlegungen gekauft. Fast ein Jahr später komme ich, der Vitus, ins Spiel. Mein Frauchen hat mich zum ersten Mal auf der Weide gesehen, da war ich zwei Tage alt. Sie ist dann regelmäßig, fast täglich auf dem Weg zum Bossli bei mir vorbeigekommen. Wir schweren Jungs haben es ihr echt angetan und fünf Monate später gehörte ich tatsächlich dazu. Wer weiß, so ich sonst gelandet wäre! Bossli kannte ich damals noch nicht und es sollte auch noch gut zwei Jahre dauern bis zum ersten Kennenlernen. Ich kam zuerst in den Fohlenkindergarten, sprich in die Hengstaufzucht. Da waren lauter schmächtige Kerlchen, die ich alle mit meinem Gewicht beeindrucken konnte. Mir wurde bereits sehr früh nachgesagt, ich sei nicht besonders mutig, aber sehr sensibel für meine Rasse. Mein Frauchen sollte noch zu spüren bekommen, was genau damit gemeint war. 

Als ich gut zwei Jahre alt war, wollte sie mich von der Weide holen und hat mir dabei leider einen Klaps zu viel auf den Hintern gegeben. Da bin ich einfach mal "auf und davon". Mit meinem Gewicht auch kein Problem und damit war sie geboren: "Meine Masche", einfach zu gehen, wenn es mir zu viel wurde. Mit zweieinhalb Jahren durfte ich umziehen, und ich bin in den Stall zu Bossli gekommen. Jetzt sollte auch langsam meine Erziehung in Richtigung Reitpferd beginnen und so hat mein Frauchen angefangen, Bodenarbeit mit mir zu machen. Wie sollte es auch anders sein: Wenn ich wieder mehr Angst als Vaterlandsliebe hatte, bin ich halt "auf und davon". Meine Masche wurde aber meinem Frauchen bald zu viel. Da ja sicher war, dass ich noch größer und kräftiger werde, musste dagegen etwas unternommen werden. Mein Frauchen hat sich also lange und gut überlegt, wer ihr bei meiner Erziehung zu Seite stehen kann. Es sollte auf jeden Fall ein/e Trainer/in sein, der/die Erfahrung und vor allem auch die Liebe zu den Kaltblütern besitzt. So bin ich also im August 2012 ausgezogen, um dort meinen "Mut" zu finden.

Zwei wichtige Menschen, die mir seitdem dabei helfen, sind meine Ausbilderin Petra Dürr und mein Frauchen, die Gott sei Dank sich dafür entschieden hat, den Weg trotz meiner Masche weiter mit mir zusammen zu gehen. Bei Petra habe ich dann in den ersten vier Wochen durch Bodenarbeit die ersten Schritte zu mehr Selbstbewusstsein gelernt. Sie hat mir in die "Wanderschuhe" hineingeholfen, ein selbstbewusstes Jungpferd zu werden. Nach der erfolgreichen Bodenarbeit sollte ich auch noch lernen, einen Zweibeiner zu tragen. Die nennen das ja "Reiten". Da ich inzwischen schon cooler geworden bin, war das eigentlich gar kein Problem mehr für mich. Mein Frauchen war sehr erstaunt, als sie bereits vier Tage nach Beginn meiner Reitpferdeausbildung die erste Reitstunde auf mir bekam. Vier Wochen später konnten wir schon den ersten Galopp im Roundpen wagen. Cool, oder?

Für ein Kaltblut bin ich echt flott unterwegs und es macht auch richtig Spass. Mit meinem Frauchen trabe ich jetzt munter zu Hause durch die Halle. Die Kommandos zum Stehenbleiben und Tempowechsel klappen schon sehr gut, sowohl unterm Sattel als auch in der Freiarbeit. Mein Frauchen und Petra können bestätigen, dass ich bisher unter dem Sattel super brav war und noch immer bin, und dass ich mich echt bemühe, alles richtig zu machen und nicht mehr abhaue, wenn es mir zu viel wird. Den Galopp in der Halle und dann später im Gelände bekommen wir prima hin. Mit dem Bossli ist unser Frauchen ohnehin flott im Galopp unterwegs. Und wenn ich den Gerüchten glauben darf, kann auch ich später mal dressurmäßig geritten werden. Einige werden sicher noch staunen, was aus mir für ein super-verlässliches Reitpferd werden wird.

Liebe Grüße - Euer Vitus

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Gesetze des Lebens:

  • Lebe so, dass Du nicht immer zurückschaust und bereust, dass Du Dein Leben vertan hast!
  • Lebe so, dass Du nicht Dinge, die Du schon getan hast oder Dinge, die Du gerne anders gemacht hättest, bereuen musst!
  • Lebe so, dass jeder Tag eine Perle wird - für Dich und für andere!

    In der Reihe der Tage, die Dir geschenkt sind - LEBE!

    (Elisabeth Kübler-Ross, amerk.-schweiz. Psychiaterin, geb. 1926)

 



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