Trail Einsteiger

Trailreiten für Einsteiger, ein Kurs auf der Sommerholz-Ranch, am 22.und 23.03.2003

Eine bunte Truppe fand sich am Samstag morgen zur Begrüßungsrunde im Reiterstüberl der Sommerholz Ranch zusammen: Western- und Englischreiter, Distanzgänger und Töltfans - sieben Teilnehmer insgesamt - hatten sich zum Kurs angemeldet, um unter Leitung von Petra Dürr in das Trailreiten einzusteigen.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch Petra stellte jeder von uns sich und sein Pferd sowie die Beweggründe zur Kursteilnahme vor. Danach wurden zwei Reitgruppen zusammengestellt, von denen die erste im Anschluß gleich ihre Pferde satteln konnte.

Die ersten Runden der jeweiligen Reitgruppe nutzte Petra dann, um sich selber nochmal ein Bild von Pferd und Reiter zu machen und ein paar Verbesserungsvorschläge zur Ausrüstung anzubieten, so daß einige Teilnehmer gleich Gelegenheit hatten, mit z. B. einer leicht veränderten Zäumung in das Kurswochenende zu starten.

Los ging es mit Bodenstangen - ein Pflichthindernis in einem Turniertrail, wie uns in einer der folgenden Theoriestunden erklärt wurde. Erst Trabstangen, danach Schrittstangen - also: Petra’s Erklärung und Anweisung anhören, reiten, gucken, abwenden, zielen, verhalten, möglichst nicht stören... und dann: Petra’s Kritik anhören, nachdenken, konzentrieren - reiten, gucken... Und zwischendurch eine kleine Pause einlegen und den anderen zuschauen - sehr hilfreich. Zuschauen tat auch immer die andere Gruppe - und konnte dabei gleich mitlernen.

Den Stangen folgte eine Hütchenaufgabe: Zwei Hütchen, um die rückwärts eine halbe acht zu reiten war, je nach Fähigkeit bereits “flüssig” oder als Folge von Vorhand-/Hinterhandwendungen und Rückwärtsrichten. Spätestens hier wurde deutlich, daß die auftretenden Probleme (mindestens) an den Hindernissen zum Teil sehr individuell waren, so daß Petra das ganze Wochenende eine Mischung aus “Tipps speziell für Dich” und “Alle mal herhören” Hinweisen gab, wenn der Fehler mal wieder Lehrbuchqualitäten aufwies.

Der Nachmittag brachte es dann: das Gatter. Praktischerweise als Prachtexemplar im Trailgarten der Sommerholzranch vorhanden, durften wir uns an dem vielleicht bekanntesten Trailhindernis - nebenbei ebenfalls Pflichtbestandteil eines Turniertrails - versuchen. Vorausgegangen war dem eine Erklärung sowie eine Veranschaulichung, diesmal zu Pferde, von Petra. Zum Abschluß des Samstags wurde dann noch das rückwärts einfädeln zwischen zwei Stangen geübt.

 Am Sonntag vormittag war, als Steigerung zum Vortage, ein rückwärts zu durchreitendes Stangen-L zu bewältigen sowie eine Einzelstange, über welche das Pferd seitwärts zu richten war. Mittlerweile war mehr als deutlich, was einige wohl schon wußten und die anderen zumindest ahnten: Trailhindernisse sind klar und sinnvoll definiert, und sie zu bewältigen, erfordert ein äußerst exaktes Reiten und eine konzentrierte Zusammenarbeit mit dem Pferd, bei der sich jede falsche Hilfengebung sofort auswirkt. Diese Erkenntnis schmälterte jedoch niemandem den Spaß - im Gegenteil, denn: Sie ermöglicht über das reine “Gaudireiten” hinaus definierte Zielsetzungen für Pferd und Reiter, deren Bewältigung dann ein echtes Erfolgserlebnis bringt.

 Für den abschließenden Nachmittag überließ Petra uns die Qual der Hinderniswahl. Diese fiel zum einen auf die Brücke, die ebenfalls beinahe lebensecht - relativ eng, mit Wölbung und Geländer - auf dem Außenplatz der Sommerholz Ranch steht, desweiteren auf die Plastikplane - ein Hindernis eher mit “Trau-Dich” Charakter, und, last not least, das heiß geliebte Gatter, als Wiederholung. Die Brücke machte, obwohl nicht allen Pferden bekannt, kaum Probleme und verhalf damit jedem von uns zu einem relativ schnellen Erfolgserlebnis. 

 Von diesem mußten einige dann allerdings an der Plane auch zehren, da die Skepsis der Pferde hier zum Teil erheblich war. Die genauen Anweisungen von Petra, wie der Reiter sein Pferd konsequent an und letztlich über das Hindernis zu reiten hat, ohne daß mindestens einer von beiden schlechte Erinnerungen behält, verhinderte hierbei die eine oder andere Sackgasse. Das Gatter klappte dann bei allen besser als am Vortag und verhalf damit wieder zu einem kleinen Erfolgserlebnis. Den krönenden Kursabschluß bildete ein “echter” Trailparcours, inklusive festgelegter Gangarten und -wechsel in den Distanzen zwischen den Hindernissen, also ganz nach Vorschrift.

 Ergänzt wurden die praktischen Übungen an beiden Tagen durch Theorieeinheiten, in denen einige Trailhindernisse hinterfragt und erklärt wurden und in denen wir Einblick gewannen in die (durchaus umfangreichen) Vorschriften für die sinnvolle und ordnungsgemäße Gestaltung eines Trails. Ein besonderes “Schmankerl” in den Theoriestunden waren die an beiden Tagen aufgenommenen Videos, mit deren Hilfe Petra sowohl eine Sitzanalyse für jeden Teilnehmer durchführte, als auch die festgehaltenen Fehlerquellen an den Hindernissen nochmal durchging und kommentierte.

 Mir hat dieser Kurs riesig Spaß gemacht - und ich glaube, den anderen ging es ähnlich. Darüber hinaus ist mir eines klar geworden: Ein “ordentlich” durchgeführtes Trailreiten ist nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern auch eine sinnvolle Ergänzung für das Übungsprogramm von Reiter und Pferd, und zwar für alle Reitweisen.

 Viele Anregungen dafür habe ich an diesem Wochenende mitgenommen, und jetzt heißt es: üben, üben, üben... Dann winkt vielleicht aucht mal der Fortgeschrittenen-Kurs, wer weiß?

Silke Brockmann

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    In der Reihe der Tage, die Dir geschenkt sind - LEBE!

    (Elisabeth Kübler-Ross, amerk.-schweiz. Psychiaterin, geb. 1926)

 



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